Aurora mit dem Sonnenstern – Eine Führung durch die ehemalige Ellmühle
Aurora mit dem Sonnenstern – Eine Führung durch die ehemalige Ellmühle

Aurora mit dem Sonnenstern – Eine Führung durch die ehemalige Ellmühle

Beim Slogan „Aurora mit dem Sonnenstern“ sollte bei allen über 30-Jährigen jetzt der entsprechende Jingle in den Ohren klingeln. Gemeinsam mit drei Freund:innen hatte ich heute die Möglichkeit einen Blick hinter Fassade des imposanten Gebäudeensembles am Deutzer Hafen zu werfen. Die Führung bot einen interessanten Einblick in die Vergangenheit der Mühle und gleichzeitig eine Aussicht in die Zukunft. Zwischen Rhein und Siegburger Straße befindet sich aktuell wohl Kölns spannendstes Baufeld:

Im Deutzer Hafen wächst in den kommenden Jahren ein neues und aufregendes Stück Köln, das Wohnen, Arbeiten, Lernen und Leben am Wasser nachhaltig vereint. Eingebettet in die historische Hafenarchitektur entstehen hier Wohnungen für knapp 7.000 Menschen sowie rund 6.000 Arbeitsplätze und alles, was zu einem lebenswerten Quartier dazugehört: eine Grundschule, KiTas, Läden, Orte für Sport, Freizeit und Kultur, vielfältige Grünflächen und vieles mehr. (www.modernestadt.de)

Für anderthalb Stunden tauchen wir in die Vergangenheit ein. Lange Gänge führen unter den ehemaligen Mehlausschüttungen entlang. Über historische Treppenstufen geht es zunächst empor in Etage 5 und vorbei an Sackrutschen, die eigentlich ausprobiert werden wollen. Und schließlich belohnt in der 12. Etage ein gigantischer Ausblick auf Köln die Mühen des Kletterns.

Domblick

111 Jahre Kölner Mühlentradition

Zwei Müllerfamilien erkannten zu Beginn des 20. Jahrhunderts die großen Standortvorteile des Deutzer Hafens: Getreide konnte über den Wasserweg angeliefert und das erzeugte Mehl auf gleichem Weg verschifft werden. Zudem war der Deutzer Hafen bereits ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1909 ging die „Auersche Großmühle“ (Auermühle) mit der modernsten Mühlentechnik in Betrieb. Wenig später entstand in direkter Nachbarschaft „Ferd. Leysieffer & Lietzmann Weizenmühle Cöln-Deutz Hafen“ (Ellmühle). Beide Mühlen wurden während des zweiten Weltkriegs stark beschädigt. Die Ellmühle nahm Ende 1946, die Auermühle 1950 wieder den Betrieb auf.

1975 fusionierten die beiden Mühlen zu einem gemeinsamen Unternehmen. Auch die Gebäude wuchsen zu einem riesigen Komplex zusammen, der immer noch Ellmühle genannt wird. Im August 2021 wurde die Mühle endgültig stillgelegt. Bis dahin gehörte sie zu den größten und bedeutensten Mühlen in Europa.

Ellmühle

Moderne Stadtentwicklung Deutzer Hafen

Rund um das Hafenbecken in Köln-Deutz wächst bereits jetzt ein ganz neues Veedel. Nicht nur auf dem Gelände der ehemaligen Ellmühle, sondern im gesamten Gebiet entstehen neue Gebäude, Parks und Verkehrsflächen. Der Hafen bekommt einen neuen Look verpasst, gleichzeitig bleiben historische Elemente erhalten. Das Veedel soll gleichzeitg nachhaltig und sozial vielfältig werden. Es soll nicht stumpf geplant werden, sondern als lebendiger Prozess.

Die Ansätze und Ideen, die wir heute kennenlernen durften, klingen sehr vielversprechend. Die Stadt Köln hat hier in dieser super attraktiven Lage die Möglichkeit Stadtentwicklung neuzudenken und umzusetzen. Dass das Kopenhagener Architekturbüro COBE mit an der Entwicklung des Quartiers beteiligt ist, stimmt optimistisch, dass der Schritt in die Zukunft gut gelingen kann. Wir hatten jedenfalls jede Menge Ideen, was wir denn mit der Ellmühle so anstellen würden – hätten wir das nötige Kleingeld.

Übrigens: Wer selbst gerne die Mühle besichtigen möchte, hier könnt ihr Führungen buchen: ArchitekTourenKöln

Impressionen der Führung