No. 10: Don´t pay the ferryman
No. 10: Don´t pay the ferryman

No. 10: Don´t pay the ferryman

„Whatever you do
Don’t pay the ferryman
Don′t even fix a price
Don′t pay the ferryman
Until he gets you to the other side“

(Chris de Burgh)

„Don´t pay the ferryman“ liefert den Soundtrack für einen in jeglicher Hinsicht großartigsten Abende in diesem Jahr. Eigentlich sollte ich sagen: „…überraschend großartigsten Abende…“, denn ich hätte darauf Pfifferling gegeben. Wenige Tage zuvor fragte mich ein guter Freund, ob ich nicht Lust hätte, ihn am Freitagabend zu einer Veranstaltung der LitCologne (Kölns großem Literaturfestival) zu begleiten und mit ihm „Auf Orpheus‘ Spuren“ zu wandeln. Seine Begleitung wäre ausgefallen.

Griechische Mythologie gehört nun wirklich nicht zu den Themen, mit denen ich gerne in meiner Freizeit beschäftige. Ich sagte nur zu, weil mir zu Hause langsam die Decke auf den Kopf fiel, das Ganze im einzigartig schönen WDR-Funkhaus stattfand und ich wusste, dass wir beide auch ohne Orpheus unseren Spaß haben werden.

>>> Wer ist Orpheus? <<<

Für alle, die sich jetzt fragen, wer denn eigentlich dieser Orpheus ist, hier eine kleine Zusammenfassung (ansonsten einfach weiterscrollen): Orpheus war ein begnadeter Sänger, DER Popstar der Antike. Nach dem Tod seiner geliebten Frau Eurydike stiegt er in die Unterwelt hinab, um sie zurückzuholen. Um in den Hades (Name der Unterwelt in der griechischen Mythologie) zu gelangen, musste er zunächst den Fährmann Charon überzeugen, denn der transportiert nur Tote über den Styx (= Fluss, der die Welten der Lebenden und Toten trennt). Mit seiner Musik erweichte Orpheus nicht nur den sturen „Ferryman“, sondern auch die Götter des Hades. Unter der Bedingung sich auf dem Weg nicht nach Eurydike umzudrehen, durfte er sie mitnehmen. Er tat es doch und verlor sie für immer.

Die wundervolle Elke Heidenreich führte durch die Geschichte der beiden Liebenden und den musikalischen Abend. Das Rundfunk-Orchester des WDR interpretierte jede Menge von Orpheus´ inspirierte Songs – von Jacques Offenbach über Reinhard Mey bis hin zu Chris de Burgh. Ein Abend mit Wow-Effekt. Irgendwie kann man daher die Liedzeile:

„…don′t pay the ferryman
Until he gets you to the other side…“

metaphorisch auch so auslegen: Auch wenn ich vorher keinen Pfifferling auf den Abend gegeben hätte, so war er doch jeden Cent wert.

Auf YouTube habe ich die Aufzeichnung des WDR Funkhausorchesters von „Don´t pay the ferryman“ gefunden – wer mag, kann sich sogar den ganzen Abend online ansehen: „Auf Orpheus‘ Spuren“