No. 1: Wie die Sichel vum Mohnd
No. 1: Wie die Sichel vum Mohnd

No. 1: Wie die Sichel vum Mohnd

Sichel vum Mohnd

„Enn mingem Booch, dä driev vüür sich hin,
Weed dä ahm Engk noch belohnt?
Kann et sinn, dat ich neidisch benn
Un scharf wie die Sichel vum Mohnd?“

(BAP)

Übersetzung für alle Immis:

In meinem Buch lässt sich einer treiben,
Wird der am Schluss noch belohnt?
Kann es sein, dass ich neidisch bin
Und scharf wie die Sichel vom Mond?

„Wie die Sichel vum Mohnd“ gehört für mich zu den schönsten Liedern von BAP. In wundervoll poetischen Bildern, zusammengesetzt aus den kleinen Beobachtungen des Erzählers und dem Spiel mit Geräuschen, Düften und Licht entsteht beim Hören eine melancholische Atmosphäre der exotischen Fremde. Fernab von alltäglichen Leben sich einfach treiben lassen und gleichzeitig doch innehalten und sich intensiv selbst wahrnehmen. In solchen Momenten pendeln die Gefühle häufig zwischen tiefer Zufriedenheit und subtiler Sehnsucht.

Diese Gefühslmelange waberte in mir – ohne, dass ich zu diesem Zeitpunkt an das Lied dachte – als dieses Bild entstand. Nach vielen Wochen und Monaten zu Hause war ich Ende Mai das erste Mal wieder mit Freunden feiern. Nicht lange, nicht intensiv, aber ein Stück Normalität. Als ich gegen kurz nach 22 Uhr von Bord ging, die Mondsichel im Blick, war ich erfüllt von tiefer Zufriedenheit für ein paar Stunden Normalität und gleichzeitig von dieser subtilen Sehnsucht, dass es immer so sein soll.

„Weed ich ahm Engk noch belohnt?“